A Family Affair – das Weingut der Familie Wullschleger in Zofingen
Ist das nun eine Aussteiger- oder eine Einsteiger-Geschichte? Nun, eigentlich beides.
Der im elterlichen Bauernhof bei Zofingen aufgewachsene Martin Wullschleger durchlief die Ausbildung zum Landwirt. Doch später machten er und seine Frau Cornelia Jacquemai in ganz anderen Branchen Karriere, er in der Maschinenindustrie, sie im Bereich Human Resources.
Doch 2017, im Alter von 45 Jahren und als Eltern von vier Kindern im Teenager-Chaos, wagten sie einen mutigen beruflichen Restart im heimischen Hof als Winzer. Und weil die Sache so noch nicht kompliziert genug war, entschlossen sie sich nach vielen Degustationen und Gesprächen in ihrem neuen Metier von Anfang an ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen.
Heute bauen sie auf zwei Hektar die resistenten Sorten Johanniter und VB 32-7 (beide weiss) sowie Cabernet Jura und Cal 1-28 (beide rot) an. Alle ihre Weine, die auf sandigen Lehmböden wachsen, wurden schon mehrfach prämiert. Gleichzeitig halten sie auf ihrem Hof auch rund 30 Pferde, nicht in Boxen wie üblich, sondern frei in der Herde. Am meisten freut sie, dass ihr Projekt zur «Family Affair» geworden ist. Alle vier Kinder legen im Betrieb Hand an, und Gilles, der Zweitälteste, bisher als Marketing-Manager tätig, beginnt die Ausbildung zum Winzer. Selbst der Vater von Cornelia Jacquemai, der eigentlich im Jura lebt, ist mit dabei, als «Mann für alle Fälle». Weinbau soll es im Riedtal schon im 17. Jahrhundert gegeben haben. Dann lange nicht mehr. Jetzt wieder, dank des Piwi-Projekts der Wullschlegers.